Worauf kommt es letztendlich an?

Seminar Wernberg
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Worauf kommt es an? Was ist wahrhaft wichtig? Was ist letztlich entscheidend? Diese Fragen sind in Wahrheit die eigentlichen Fragen der Philosophie, zumindest der philoso- phischen Tradition. Sokrates, der philosophische Urahn, der „Vater aller Philosophie“ sei es gewe- sen, der „die Philosophie vom Himmel herunter- geholt und sie in den Städten angesiedelt“ habe (Cicero). Es kommt also demnach nicht darauf an, „die Dinge am Himmel zu erforschen“, sondern sich für das zu interessieren, was hier unten für die Menschen von Belang ist.“
Sokrates war überzeugt, die kümmerten sich um vielerlei Dinge, die den Aufwand nicht wert sind. Sie hätten lauter Nebensächlichkeiten und Krimskrams um die Ohren, anstatt sich um das zu kümmern, was wirklich Gewicht hat.
Es geht also darum, sich überhaupt diese Frage zu stellen, worauf es eigentlich und letztlich ankommt. Wenn man beginnt, sich allen Ernstes diese Fragen zu stellen, beginnt man schon, sich aus einem banalen, bedeutungslosen, oftmals belanglos-fahrigen Leben, aus einem Leben des Dahin- und Durchwurschteln, zu befreien. Indem wir uns nämlich fragen, was wirklich wichtig ist, bekommt unser Leben Gewicht. Das eine ist, das wir dies oder jenes wollen - ein anderes ist, dass wir uns fragen: Was wir wirklich, wirklich wollen. Dann wollen wir nicht nur, sondern machen unser Wollen zum Thema, d.h. unser Denken steht nicht länger im Dienst unserer Wünsche, sondern unser Wollen und Wünschen hat vor unserem Nachdenken zu bestehen.
Es käme also darauf an, unser eigenes Leben im Licht dieser Fragen zu führen. Worauf kommt es letztlich an? Darauf, dass es mir gut geht, dass ich (Hauptsache) gesund bin? Dass ich Erfolg und genügend Geld habe? Dass ich glücklich bin? Dass ich geliebt werde? Dass sich meine Wünsche erfüllen? Alles das hält letztlich nicht stand.
Es sind zweitrangige Sachen. Was würde es bedeuten, wenn es auf mich ankäme? Auf ein entsprechendes Leben. Wenn es darauf ankäme, dass ich des Erfolges, des Glückes oder der Liebe würdig bin. Dass ich mich frage, was ich denn wollen sollte. Dass es darauf ankäme, ob ich mich um meine Seele sorge, oder ob ich auch gut bin, anstatt das es mir „nur“ gut geht. Was wäre, wenn es darauf ankäme, wie ich mein Leben führe, wie ich Schicksalsschlägen, Sorgen, Leiden und Problemen begegne? Wichtig wäre dann, wer ich selber bin. Es geht also darum, eine Haltung zu erwerben. In Fragen von Lebensproblemen hilft uns kein Wissen und kein Argumentieren, sondern dann kommt es darauf an, was oder wer wir selber sind. Wittgenstein schreibt dazu in seinem Tractatus:
„Wir fühlen, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet wären, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind.“
Worauf es ankommt kann also nicht im Modus des Wissens gesucht werden. Auf unsere grund- sätzlichen Überzeugungen, Bekenntnisse und Haltungen kommt es an.
In dieser Tradition steht auch Montaigne, der in einem seiner Essays bemerkt: „Unser großes und herrliches Meisterwerk ist: richtig leben. Alle anderen Dinge, Herrschen, Schätzesammeln, Bauen, sind höchstens nur Anhängsel und Beiwerke.“
Darauf kommt es an: Ob unser Leben recht und richtig ist, ob es ein gutes Leben ist. Es bedeutet, dass das Leben geführt und gemeistert werden muss, damit es gelingen kann. Es bedeutet, für sich gerade zu stehen und darüber nachzudenken, was unserer Zustimmung verdient, oder unseren Respekt erfordert. Es bedeutet auch, aus Gedankenlosigkeit zu erwachen und dem Leben Gewicht zu geben.
Wie geht man mit konkreten Lebensfragen und Lebensproblemen um? Worauf kommt es an: Im Beruf, in der Liebe, in Freundschaften, im Umgang mit Schuld, in der Beziehung zu mir selbst und zu anderen. Diese und weitere Themen werden wir im Lichte der Frage „Worauf kommt es letzt- endlich an?“, versuchen zu beleuchten.

Organisation und Kosten


Organisation:

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 28. Oktober mit einem gemeinsamen Abendessen um 18 Uhr und endet am Sonntag, 1. November nach einem gemeinsamen Frühstück. Seminarzeiten sind 9.30 bis 12.30 und 15.30 bis 18 Uhr. Abendlesungen und Diskussionen nach dem Abendessen. Am Freitag ist je nach Wetterlage eine Wanderung in der näheren Umgebung geplant.

Tagungsort:

Wir tagen im Bildungshaus Kloster Wernberg/Kärnten. www.klosterwernberg.at

Kosten:

Doppelzimmer je nach Kategorie EUR 229,60 bis 269,60
Einzelzimmer je nach Kategorie EUR 249,60 bis EUR 289,60
Preise sind inkl. 3x VP, 1x HP, Ortstaxe und pro Person

Zimmerreservierung und Auskunft

an der Klosterpforte, Tel. 04252/2216 . Die Kosten für die Übernachtung, Voll- und Halbpension sind mit dem Kloster selbständig abzurechnen.

Seminarbeitrag:

€ 220/Person auf das Konto Rene Tichy
IBAN: AT 93 1200 0238 2888 5900
BIC: BKAUATWW

Anreise:

Wer möchte kann sich einer gemeinsamen Anreise anschließen, die am Dienstag Mittag mit dem Zug stattfinden wird. Bitte bei der Anmeldung bekanntgeben.