Michel de Montaigne - der Philosoph, den man lieben kann und sollte

Seminar Wernberg
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„Nach einer Gestalt, faszinierender als die des Einsiedlers von Sils Maria sieht man sich in aller Weltliteratur und Geistesgeschichte vergebens um.“
Thomas Mann über Friedrich Nietzsche

Wie? Nietzsche soll ein Aufklärer sein? Für uns und unsere Zeit noch dazu? Dieser frauenfeindliche, vom Hass auf die Moral, Kultur, Religion, Demokratie, ja sogar auf die Wahrheit, getriebene Verteidiger der Instinkte, des Heroismus, der starken Menschheitsexemplare? Der mit einer verzweifelten Grausamkeit über alles das geschrieben hat, das uns ehrwürdig ist: Vernunft, Gerechtigkeit, Humanität? Der Umwerter aller Werte, der sich selbst als „Antichrist“ bezeichnete und letzte Wahnsinnszettel mit „Der Gekreuzigte“ unterzeichnete? Auf den sich die unseligsten politischen Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts wie Nationalsozialismus und Faschismus berufen? Der 10 Jahre vor seinem physischen Tod auf der Veranda des Hauses seiner Schwester in Weimar nur noch dahindämmerte?

Es gibt sicherlich viele Irrtümer im Denken Nietzsches. Dass er beispielsweise dem Leben und dem Instinkt den Vorrang vor dem Geist und der Humanität einräumte. Dass er Leben und Moral als Gegensatz sah und Moral mit bürgerlicher Moral verwechselte.

Und dennoch. Dieser Getriebene, der sich in tödliche Gedankenhöhen verstiegen hat, der selbst „den Martertod am Kreuz der Gedanken“ gestorben ist, der leidend war und es sich so schwer gemacht hat, wie nur irgendein Mensch es hat, war einer der „unerschrockensten Helden überhaupt im Reich der Gedanken.“ Er wünschte sich nichts mehr als die Befreiung des Geistes. „Im Lichte unserer Erfahrung“ können wir besser beurteilen, was das zeitlos Bedeutende in Nietzsches Philosophie ist, und was wir getrost überlesen dürfen. Seine glasklaren Gedanken in den „Unzeitgemäßen Betrachtungen“ werden uns erstaunen lassen. Seine Beschreibung des „letzten Menschen“ im Zarathustra ist eine realistische Beschreibung unserer Zeit und Gesellschaft. Als schonungsloser Kultur- Kritiker ist er unerreicht. Sein Genie kommt vor allem in seinen Büchern „Jenseits von Gut und Böse“ und „Genealogie der Moral“ auf seine größte Höhe.

Kurz und gut. Nietzsches Zeit scheint heute gekommen. Wir brauchen die Befreiung, die er anstrebte. Haben wir uns nicht in dem eingerichtet, was Nietzsche als Problem sah? Im Nihilismus, im Ressentiment, im Zynismus, im Relativismus, in einem Moralismus, in einer Suche nach Wahrheit um jeden Preis, in einer Sucht nach Transparenz? Nietzsche, richtig gelesen, kann uns über uns aufklären. Seine Kritik am Menschen, an Kultur und Gesellschaft kann man als eine letzte Form der Aufklärung begreifen. Wir leben auf dem Boden, den Nietzsche beschrieben hat.

„Dass Philosophie nicht kalte Abstraktion, sondern Erleben, Erleiden und Opfertat für die Menschheit ist, war Nietzsches Wissen und Beispiel.“ Thomas Mann

Organisation und Kosten


Seminarzeiten:

Das Seminar beginnt am Mittwoch, 17. Jänner mit einem gemeinsamen Abendessen um 18 Uhr und endet am Sonntag, 21. Jänner nach einem gemeinsamen Frühstück. Die Seminarzeiten sind 9.30 bis 12.30 Uhr und 15.30 bis 18 Uhr. Abendlesungen und Diskussion nach dem Abendessen. Am Freitag ist je nach Wetterlage am Nachmittag eine Wanderung in der näheren Umgebung geplant.

Tagungsort:

Wir tagen im Bildungshaus Kloster Wernberg/Kärnten. www.klosterwernberg.at

Kosten:

Doppelzimmer je nach Kategorie EUR 222,20 bis 262,20
Einzelzimmer je nach Kategorie EUR 242,20 bis EUR 282,20
Preise sind inkl. 3x VP, 1x HP und pro Person

Zimmerreservierung und Auskunft

an der Klosterpforte, Tel. 04252/2216 Die Kosten für die Übernachtung, Voll- und Halbpension sind mit dem Kloster selbständig abzurechnen.

Seminarbeitrag:

€ 220/Person bis spätestens 2. Jänner 2018 auf das Konto Rene Tichy
IBAN: AT 93 1200 0238 2888 5900
BIC: BKAUATWW

Anreise:

Wer möchte kann sich einer gemeinsamen Anreise anschließen, die am Mittwoch mittag mit dem Zug stattfinden wird. Bitte bei der Anmeldung angeben.