Aphorismen - Ausdrucksformen der Philosophie von Außenseitern

Diskussionsabend am Freitag, den 23.07.2021
von 19:00 bis 21:00 Uhr

„Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand“

(La Rochefoucauld).

„Im gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft scheint mir der Mensch mehr durch seine Vernunft als durch seine Leidenschaften verdorben zu sein.“ (Chamfort).

Pascal, die französischen Moralisten, Schopenhauer, Nietzsche, Gomez Davila, Hans Kudzus, um nur einige Wichtige zu nennen: Sie sind alle Philosophen außerhalb des Mainstreams, und haben mehr oder weniger ihre Gedanken durch Aphorismen ausgedrückt. Aphorismen sind Gedankenfragmente, sie stoßen einen Gedanken an, ohne ihn uns vorzukauen. In ihnen bedenkt sich das Denken selbst. Der Aphorismus richtet sich also gegen die Gedankenlosigkeit, gegen die Routine des Denkens. Es ist interessant, dass alle jene Philosophen, die sich dieser Ausdrucksform bedienten, in gewisser Weise Außenseiter im philosophischen Betrieb waren. Der Aphoristiker sitzt immer wieder zwischen den Denksystemen wie zwischen zwei Stühlen. Er sucht keine Sicherheit und ist in der Regel ein eigensinniger Quergeist. Oft sind es Melancholiker, Lebensentfremdete, die eine Mischung von Trauer und Frömmigkeit an sich haben. Humor spielt aber auch eine wichtige Rolle, um mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Aphoristiker sind wahre Menschenkenner.

Kosten: 15,- Euro

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