Novalis - der junge Romantiker, ein heilig-nüchterner Schwärmer

Diskussionsabend am Freitag, den 10.07.2020
von 20:00 bis 22:00 Uhr

„Die Philosophie ist eigentlich Heimweh – Trieb überall zu Hause zu sein“

„Wo keine Götter sind, walten Gespenster“

„Nur Geduld, sie wird, sie muss kommen, die heilige Zeit des ewigen Friedens“ (Novalis)

 

Das Licht war für die Aufklärer eine wichtige Metapher. Demnach hat sich der Mensch aus dunkler Vorzeit „zum Licht“ emporgearbeitet. Die Aufklärer setzten große Hoffnungen auf die Weiterentwicklung der Vernunft. Für Novalis bestand der Verlust in dem verloren gegangenen Bezug zum Höheren: „Gott wurde zum müßigen Zuschauer des großen rührenden Schauspiels, das die Gelehrten aufführten.“ Sein Einwand richtete sich gegen die rationale Erklärung von Welt, Mensch und Universum. Die Natur wurde als Gegenüber betrachtet, und nicht als lebloses Ding, das es zu analysieren galt. In seinem Essay „Die Christenheit und Europa“ erinnert er daran, dass „es unmöglich ist, dass weltliche Kräfte sich selbst ins Gleichgewicht setzen“, denn nur „ein drittes Element, das weltlich und überirdisch zugleich ist, kann allein diese Aufgabe lösen.“ Bei Novalis klingt zum ersten Mal die Vision einer europäischen Gemeinschaft an. Es ist ein revolutionärer Essay gegen die Revolution.

Kosten: 15,- Euro

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