Über das "denkende Herz"

Diskussionsabend am Freitag, den 27.03.2020
von 19:00 bis 21:00 Uhr

Es ist ebenso unnütz wie lächerlich, wenn die Vernunft, um zuzustimmen, vom Herzen Beweise für seine ersten Prinzipien verlangt, wie es lächerlich sein würde, wenn das Herz von der Vernunft, um allen Lehrsätzen, die sie beweist, zuzustimmen, ein Gefühl fordern würde.“ (Pascal).

 

Das Herz richtet viel Großes, aber auch viel Übles an, aus ihm kommt Gutes und Schlechtes hervor. Das würde heißen, den Eingebungen des Herzens nicht unkritisch Folge zu leisten. Die Impulse des Herzens müssen in Nachdenklichkeit verstrickt, müssen geprüft werden. Seit Pascal wissen wir, dass das Herz seine Ordnungen hat und die Vernunft die ihren, die bestehen in Grundsätzen und Beweisen. Das Herz hat andere. Man beweist nicht, dass man uns lieben sollte, durch geordnete Argumente. Das wäre lächerlich, wie Pascal in seinen Pensees schreibt. Auch Hegel betrachtet das Herz des Menschen als ein genuin denkendes Herz: „Unsere Gefühle sind Gefühle eines menschlichen Herzens, weil unser Herz ein denkendes Herz ist.“

Der Mensch ist ein zu sich selbst Stellung nehmendes Wesen. Er hat Ansprüche des Herzens und der Vernunft. Was man nur im Kopf hat, erwägt man bloß so. Gedanken aber, die mir eigen sind, muss ich mir zu Herzen nehmen. Ein Denken, an dem unser Herz keinen Anteil nimmt, bleibt oberflächlich und unverbindlich. Ein Denken, mit dem es ernst wird und das wir ernst nehmen, muss zu einer Angelegenheit des Herzens geworden sein. Denken ist auf die Beteiligung des Herzens angewiesen.

Kosten: 15,- Euro

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