Hölderlin: Ein philosophisches, religiöses und poetisches Genie, das keinen Platz im Leben fand (Safranski)

Diskussionsabend am Freitag, den 14.02.2020
von 19:00 bis 21:00 Uhr

„Doch vergessen ist Hölderlin nicht. Er ist im kulturellen Gedächtnis geblieben. Als Klassiker. Doch er war vor allem – ein Priester der Poesie. Es kann wirklich sein, dass ihm, wie er selbst von sich sagte, „mehr von Göttern ward, als er verdauen konnte.“ Man muss aber befürchten, dass uns Nachgeborenen zu wenig von Göttern ward, um ihn noch angemessen verstehen zu können. Die Götternacht, von der Hölderlin sprach, die gibt es wirklich heutzutage, hierzulande.

Deshalb ist Hölderlin uns, bei aller Mythisierung oder gerade auch wegen ihr, fern gerückt. Erreicht er uns noch, und erreichen wir ihn? Schön wäre es.

„Komm ins Offene, Freund.“

 

 So beendet Rüdiger Safranski seine vor kurzem erschienene Biographie über Hölderlin. Der 250. Geburtstag Hölderlins ist ein guter Anlass, Safranskis Zweifel über das Verstehen können dieses Ausnahmemenschen und Einzelgängers mit seiner eigenen Biographie zu zerstreuen. Der Mensch Hölderlin, die Tragik seines Lebens, das lebensunfähige Genie, das keinen Platz im Leben fand, soll dabei im Vordergrund stehen. Hölderlin ging seinen Weg abseits des damaligen Zeitgeistes. Unsere zerrissene Moderne bräuchte diesen großen Geist, der noch an „die Selbstentzündung des Göttlichen im Menschen“ glaubte und „die Wiederkehr der Götter mithilfe seiner Poesie“ bewirken wollte.

Kosten: 15,- Euro

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