Man muss großzügig vergessen können, um sich gut zu erinnern

Diskussionsabend am Freitag, den 17.01.2020
von 19:00 bis 21:00 Uhr

„Eine Religion, die durch historisches Wissen oder durch und durch wissenschaftlich erkannt werden soll, ist am Ende dieses Weges vernichtet.“ (Nietzsche)

 Für Nietzsche war klar: Eine gewisse Historie entzaubert die Gegenstände und verhindert das Lebendige. Manches Erinnern entfernt uns geradezu dem Erinnerten. Vergessen und Erinnern gehören zusammen. Ohne Vergessen kein Erinnern. Die Frage sollte nicht lauten, erinnern oder vergessen, sondern, auf welche Weise sollen wir uns erinnern oder vergessen. Vergessen scheint eine gnädige Einrichtung zu sein, die für Einzelne und ganze Völker wichtig ist. Für Gracian war Vergessen können ein Glück und oft das einzige Heilmittel, das aber leider immer wieder vergessen wird. Wie gelingt Vergessen? Ist es nicht eine Leistung unseres Charakters, der fähig ist, nicht nachtragend zu sein und zu übersehen? Im Großen wurde das Vergessen von Gräuelteten immer als wichtig für den Frieden gesehen.

Kosten: 15,- Euro

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