Theodor Fontane - Mit Widersprüchen leben lernen

Phil. Abend am Samstag, den 07.12.2019
von 17:00 bis 22:00 Uhr

In den unlängst erschienenen Sonderblättern zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane in der Zeit hieß es:

„Fontanes Gedankenwelt hat uns so viel zu sagen, weil sie von jenen Ambivalenzen durchzogen ist, mit denen auch wir uns noch quälen. Er kann uns lehren, dass es zu einem bürgerlichen Leben gehört, mit Widersprüchen zu leben. Dass es keine allein selig machenden Wahrheiten gibt. Dass ein Leben reicher ist als ein doktrinärer Standpunkt. Dass man dem Neuen gegen über aufgeschlossen sein und doch am Alten hängen kann.“

 Diesem Urteil ist nicht zu widersprechen. Gerade Fontanes großer Altersroman „Der Stechlin“ ist ein großer Versuch, wie man mit Widersprüchen umgehen kann, ohne den anderen nieder zu brüllen oder faule Kompromisse einzugehen. Die Aktualität einer solchen Anleitung liegt auf der Hand.

Aber es soll auch noch um eine andere Anleitung gehen, der wir dringend bedürfen, eine „Kritik des Menschen“, eine Anleitung, Menschen zu unterscheiden. Eine Urteilsbefähigung, um Menschen, die unsere Achtung verdienen und Menschen, die mehr scheinen als sie sind, zu unterscheiden. Dazu eignet sich der kleine Roman „Irrungen und Wirrungen“ des Jubilars Fontane. In ihm kommt die überzeugendste Frauengestalt vor, die Fontane je geschaffen hat, weil sie einfach, wahrhaftig und von feiner Schlichtheit ist. Und andere Figuren, die die Fähigkeit entbehren, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

Es wird ein Abenteuer des Geistes sein, diese beiden Romane philosophisch zu lesen und uns zuzumuten an diesem Abend.

Kosten: 60,- Euro inkl. kleines Buffet

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