Die Anpassung: Warum Mitläuferschaft wieder populär ist

Diskussionsabend am Freitag, den 13.12.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

Erst Mitte des 19.Jhdt. erhält der Begriff Anpassung mit der Theorie von Darwin unsere heutige Bedeutung. Für den Sozialdarwinismus ist das am besten angepasste Verhalten das erfolgreichste. Was in der Natur und der Ökonomie gelten mag. Jedoch räumt der angepasste Mensch gleichzeitig die Herrschaft über sich ein. So schrieb Schopenhauer: „Wer sich dem Zeitgeschmack anbequemt, der mag berühmt werden, jene hingegen, die den Ruhm verdienten, trotzten ihm.“ Nicht das Urteil der Menge macht jemanden bedeutend. Wenn Urteilsvermögen und Unterscheidungsvermögen fehlen, dann bleibt nur die Anpassung. „Viele wollen bewusst so sein wie Alle“ ist das Ergebnis einer aktuellen Jugendumfrage. Woher kommt die heute wieder zu beobachtende generelle Anpassungsbereitschaft? Sind es die sozialen Medien, die abhängig machen von Anerkennung und abweichende Meinungen fürchten lassen (Shitstorm). Tendieren freie Gesellschaften zum freiwilligen Konformismus? (Byung Chul Han). Sind wir bei Nietzsches „letztem Menschen“ angekommen, der sich aus Bequemlichkeit der Herde anschließt? Warum ist in der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik das Verschwinden in einer Gruppenidentität besonders groß? Warum quatschen wir soviel, was die anderen quatschen?

Kosten: 15,- Euro

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