Gottvertrauen, ohne an Gott zu glauben

Diskussionsabend am Freitag, den 29.11.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

„Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, nur ein Christ kann ein guter Atheist sein.“ (Ernst Bloch).

Ernst Bloch sieht in „Atheismus im Christentum“ die Gefahr einer entschwindenden Religion. Wer soll, wenn ein lauer, langweiliger, gedankenloser Atheismus vorherrscht, das Bild des Menschen noch aufrichten, des Menschen, der sich nicht mehr zu überschreiten weiß? Der Mensch verkümmert und verzweifelt zusehends und ist zu dumm, das Böse zu begreifen. „Der Blick nach oben lässt nach, dem Menschen der Mitte wird der Glauben schwer gemacht.“ Blochs Kernaussage: „Wo Hoffnung ist, ist auch Religion und nicht, wo Religion ist, ist auch Hoffnung.“ Bloch ist gegen die Tendenzen, die Religion dem modernen Zeitgeist anzupassen und fragt stattdessen, was die Religion als Eigenstes in die Welt gebracht hat: Die Frage des „Wozu?“ Sie ist immer nur religiös gestellt worden. Bloch nennt die modern Aufgeklärten die schlecht Entzauberten. Von Gott muss man sich befreien, aber nicht ohne ihn. Als Beispiel dafür gilt ihm Hiob, der auf einen Gott setzt, den er nicht kennt, der ihm aber beisteht. Gerade der Rebell Hiob hat „Gottvertrauen, ohne an Gott zu glauben.“ Er vertraute, ohne es zu wissen, schon auf den Menschensohn Christus, der das Verhältnis des Menschen zu Gott revolutionierte: „Ihr seid meine Freunde.“ Bloch liest also die Bibel ziemlich subversiv, und wird damit dem alten Philosophenauftrag gerecht: Zu beunruhigen.

Kosten: 15,- Euro

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