Was heißt: aus der Geschichte lernen?

Diskussionsabend am Freitag, den 08.11.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

„Es erhält jetzt der Satz „historia magistra vite“ einen höheren und zugleich bescheideneren Sinn. Wir wollen durch Erfahrung nicht sowohl klug für ein andermal, als vielmehr weise für immer werden.“ (Jacob Burckhardt).

 

„Historia magistra vite“: Die Geschichte als Lehrmeisterin? Das war einmal so, dass man für gegenwärtige Konflikte auf Vergangenes zurückgegriffen hat. Je moderner die Zeit wurde, umso weniger konnte und kann man aus der Geschichte lernen. Der Fortschritt überwand das Geschichtsdenken. Wir werden immer erfahrungsloser. Die Beschleunigung lässt die Geschichte als Lehrmeisterin veralten. Adorno wies in seinem Aufsatz „Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit?“ (1959), darauf hin, dass es darauf ankäme, auf welche Weise das Vergangene vergegenwärtigt wird. Das bloße Insistieren auf die Vergangenheit löst oft das Gegenteil eines Lerneffektes aus. Die beste Aufarbeitung der Vergangenheit kann auch zur scheußlichen Weiterexistenz der Vergangenheit beitragen. Sollen und können wir also aus der Geschichte lernen? Und was wäre da konkret zu lernen?

Kosten: 15,- Euro

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