Zu Carl Schmitt: "Land und Meer"

Diskussionsabend am Freitag, den 25.10.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

Der neue britische Premierminister hat ein inniges Verhältnis zu imperialer Größe. Falls das Vereinigte Königreich aus der EU austritt, wird es ihm nicht gelingen, das Empire wieder herzustellen, aber „großartig“ soll die Zukunft schon werden. Grund genug, sich mit einer weltgeschichtlichen Betrachtung von Carl Schmitt zu beschäftigen. Der kleine Essay „Land und Meer“ beschreibt die Raumrevolution, die im 16./17.Jahrhundert von England ausging. Die Ordnung war damals noch auf das feste Land beschränkt, die hohe See dagegen war frei und (noch) keiner staatlichen Gebietshoheit unterworfen. In dieser Zeit hat England sich vom Land abgesetzt und den Schritt von einer landgebundenen zu einer maritimen Existenz getan. Dieses „Raus aufs Meer“ bedeutete eine tiefe Revolution, eine Überwindung des Mittelalters. Eine globale Welt des Handels und der Ökonomie zog herauf, durch Besitznahme der Kolonien und durch die Herrschaft der Wirtschaft über die Politik. Herrschaft war fortan an Handelsbeziehungen gebunden. Carl Schmitt: „Mit dem Aufbruch zur See habe das große Beutegeschäft begonnen, das gehöre zur elementaren Wendung vom Land zum Meer.“ Der moderne Beutekapitalismus begann, der sich dann von England nach Amerika fortsetzte. Dieser wurde auch zur Logik der Konzerne, die sich ebenfalls nicht an Staaten binden. Schmitt beschreibt den Gegensatz von Land und Meer anhand zweier mythischer Figuren, dem Meeresungeheuer Leviathan und dem Landungeheuer Beomot. Zwischen beiden herrscht ein ewiger Kampf.

Kosten: 15,- Euro

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