Der Mensch in dieser monströsen Moderne

Diskussionsabend am Freitag, den 19.07.2019
von 20:00 bis 22:00 Uhr

Wie erzählt man 100 Jahre Moderne in großen Schritten? Ich will es an diesem Abend versuchen. Was ist die Moderne? Selbstverständlichkeiten zerbrechen. Es ist eine Zeit des permanenten Umbruchs. Zweifel machen sich breit, ob die Institutionen auch in der Krise halten. Schon 1931 bemerkte Jaspers: „Es wäre möglich, dass der Mensch an den Mitteln zugrunde geht, die er sich zu seinem Dasein schafft.“ Besonders subtil: Die Moderne verleibt sich den Widerstand ein, der sich gegen sie ausbildet (Beispiel Klimaschutz). Damit immunisiert sie sich gegen Veränderung ihrer Ideologie.

Es gibt unendlich viele Deutungen der Moderne. Sie wirken alle monokausal in ihren Erklärungen. Luhmann sagt dazu: „Die moderne Gesellschaft hat das Vertrauen in die Richtigkeit ihrer eigenen Selbstbeschreibung verloren.“ Wie gehen wir mit der Komplexität um? Zweifel tun sich auf, ob wir dafür moralisch gerüstet sind. Wir erfahren die Welt nur noch medial. Die Beschleunigung ist der letztverbliebene Kitt der Moderne. Das Unverfügbare wurde entfernt. Selbstkonstruktion ist angesagt. Die Qualität der Argumente geht verloren. Das Unberechenbare wird berechenbar gemacht. Die Menschen ermatten oder werden hyperaktiv, zynisch, heuchlerisch, autistisch, tragisch, leidend, zornig. Depression wird zur Leitkrankheit der Moderne. Wie stellt sich die praktische Philosophie zu diesem Lagebericht? Woran kann sie erinnern? Welche Konsequenzen sollten bedacht werden?

Kosten: 15,- Euro

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