Leid tragen: Gedanken zum Karfreitag

Diskussionsabend am Freitag, den 19.04.2019
von 20:00 bis 22:00 Uhr

Angenommen, der dem Leiden nicht ausweichende Mensch, der das Schwere des Lebens nicht leugnet, wäre der überzeugendere, vorbildlichere Mensch, der unseren Respekt verdient – und der sich selbst zu respektieren sich das Recht erworben hat. Ist es nicht das Schicksalsschwere, das mit Würde getragen wird, das

dem Menschen allererst Gewicht verleiht, ihm Bedeutung zulegt, ihm seinen Gehalt verschafft? Erforderlich dazu wäre, dass das Schicksal zum eigenen Schicksal wird.

Wenn ein Schicksal als das eigene angenommen werden kann, dann lehrt das Leben einem Anderes, als den verschonten Sonnenkindern des Lebens.

Über das Nachdenken und Annehmen des eigenen Leidens sind die Menschen geistig geworden. Ihr Leben wurde in seiner Gesamtheit geprägt durch das, was ihnen zustieß, was ihnen abverlangt, auferlegt und zugemutet wurde.

Das Leiden, zumal das unverdiente und unschuldige Leiden, bleibt ein Rätsel. Aber man kann daraus lernen. Nämlich dieses: In der Summe geht es in meinem Leben nicht nur um meine Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen, sondern auch darum, was mir zugemutet wird. Die großen Traditionen haben es immer gewusst: Leiden läutert. Und das ist es, worauf es im Leben letztlich ankommt. Es führt kein Weg am Leiden vorbei, aber hindurch. Der Mensch kann sich nicht vor dem Leiden bewahren, aber er kann sich im Leiden bewahrt fühlen.

Kosten: 15,- Euro

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