Warum das Christentum bis heute nicht verstanden wurde

Diskussionsabend am Freitag, den 22.03.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

Haben die ersten Christen das Ereignis, das mit einer Geburt im Stall begann, mit dem Tod am Kreuz endete und schließlich mit einer Auferstehung gedeutet wurde, überhaupt verstanden? Es gibt viele Indizien für offensichtliche Missverständnisse und Widersprüche. Was und wen erwarteten die Juden und wer war dieser Jesus von Nazareth wirklich? Er hat offensichtlich die Erwartungen der Juden nicht erfüllt. Aber die Evangelisten haben ihn als König über ganz Israel angekündigt. Sind nicht die christlichen Predigten allesamt falsch, die Jesus als den Erlöser, der im Alten Testament angekündigt wird, verkünden? Ist nicht die Geburt des Nazareners fälschlicherweise mit der jüdischen Messiaserwartung verknüpft worden? Man hat damals noch nicht begriffen, wer da eigentlich kam. Dieser Sohn der Maria war weder König, noch stark und mächtig. Die bis dahin geltende Sicht von Gott als mächtig und herrschend stimmte bei diesem Menschen nicht mehr. Man projizierte auf Jesus ägyptische und jüdische Gottesvorstellungen. Als die eigentliche Verheißung nicht eintrat, versetzten die Evangelisten inkl. Paulus die Gottesmacht in den Himmel. Er wurde der herrschende König im Jenseits, der dereinst mit Macht und Herrlichkeit kommen sollte. Wie ist stattdessen über diesen Sohn des Joseph zu denken? Sind wir nicht durch seine Menschwerdung in sein „unmittelbares Verwandtschaftsverhältnis“ (Sloterdijk) aufgenommen, als „Freunde Gottes?“ Das Christentum wurde bisher falsch verstanden (Klaus Berger). Es geht um Versöhnung, nicht um Erlösung: „Christus ward Mensch, damit wir Himmelskinder seien“ heißt es in der Bach´schen Weihnachtskantate.

Kosten: 15,- Euro

zurück zur Liste | Teilnehmen!