Über den Ausnahmeschriftsteller Martin Walser: Ein Einsamer und Unverstandener

Phil. Abend am Samstag, den 09.02.2019
von 17:00 bis 22:00 Uhr

„Zu dem Atheisten fiel mir ein: Er hat keine Ahnung. Und wenn es Gott hundertmal nicht gibt, dieser Atheist hat keine Ahnung. Beweisen könnte ich das nicht. Aber dass es nicht genügt zu sagen, Gott gebe es nicht, ahne ich. Wer sagt, es gebe Gott nicht, und nicht dazusagen kann, dass Gott fehlt und wie er fehlt, der hat keine Ahnung. Einer Ahnung allerdings bedarf es.“ (Martin Walser, Über Rechtfertigung).

 

Martin Walser hat mich als Schriftsteller mit seinen Romanen ein Leben lang begleitet: Ein springender Brunnen. Der Lebenslauf der Liebe. Tod eines Kritikers. Der Augenblick der Liebe. Angstblüte. Die Verwaltung des Nichts. Das dreizehnte Kapitel.  Mein Jenseits, und natürlich: Ein liebender Mann. Als politischen Querdenkenden habe ich ihn erst kennen gelernt, als ich seine „Deutsche Sorgen“, seine Rede „Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede“ zum Friedenspreis des deutschen Buchhandels 1998 und seine umstrittene Rede, gehalten in der Paulskirche, las. Als philosophisch Denkenden erkannte ich ihn durch den Essay „Über Rechtfertigung, eine Versuchung“ und „Nietzsche lebenslänglich.“

Als Mensch kam er mir näher, durch das Gespräch zwischen ihm und seinem Sohn, das im Buch „Das Leben wortwörtlich“ 2017 aufgezeichnet wurde.

Dieser Abend ist ein Versuch, sich einem wort– und denkgewaltigen Monument zu nähern, und zu verstehen, warum so einer wie er einsam und unverstanden sein muss.

Kosten: 60,- Euro inkl. kleines Buffet

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