Zum Tod des Schriftstellers Wilhelm Genazino, der konsequent über den Aberwitz des Alltags schrieb

Phil. Abend am Samstag, den 02.02.2019
von 17:00 bis 22:00 Uhr

2004 erhielt er den Büchnerpreis. Je auswegloser er aber in seinen Büchern den Aberwitz des Daseins beschrieb und die Erkenntnis umkreiste, dass diese Welt nicht auszuhalten ist, desto größer war sein Erfolg. Er war ein meisterhafter Chronist unserer Gefühlswelten. Seine traurigen Erzählungen über die große Verlassenheit spendeten Trost. Seine irritierenden Helden sind antriebsloses Treibgut mit tragischen und komischen Elementen. Vergleichbar mit Buster Keaton. Es sind Personen, die keine Orientierungspunkte mehr haben, wo Zufälle und Einfälle das Leben bestimmen. In ihrer unfreiwilligen Komik lauert stets der Abgrund. In Genazinos Romanen wird das Beiläufige ernst genommen. 2006 hält er an der Frankfurter Universität seine berühmten Poetikvorlesungen, in denen er beschreibt, wie alles für ihn zu einer Übung der Versenkung ins Detail wird.

Kosten: 60,- Euro inkl. kleines Buffet

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