Zur Aktualität eines Klassikers: William James "Die Vielfalt religiöser Erfahrung

Diskussionsabend am Freitag, den 22.02.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

Was macht den Klassiker der Religionspsychologie von 1901 so aktuell? James ging der Frage nach der Möglichkeit des religiösen Glaubens in modernen Zeiten nach, wobei modern ist, wie Sloterdijk in der Einleitung zur deutschen Ausgabe schreibt, „wer glaubt, man könne bis ins Äußerste etwas anderes tun, als sich an Gott und höhere Gewalt hinzugeben. Der moderne Mensch will die höhere Gewalt nicht erleiden, sondern sein.“ Hans Joas schreibt über James: „Er will uns den Mut geben, zu glauben, wenn wir die Neigung zu glauben verspüren und es keinen logisch zwingenden Grund gibt, der gegen den Glauben spricht.“ (Die Entstehung der Werte).

James geht von der religiösen Erfahrung aus und bringt eine Fülle von Zeugnissen „religiöser Virtuosen.“ Er will der Leidenschaft des Religiösen auf die Spur kommen und „das religiöse Leben ausschließlich nach seinen Früchten beurteilen.“

Was denn durch die Religion zu gewinnen wäre, formuliert er in seinen Schlussfolgerungen so: „Eine neuer Geschmack am Leben, der diesem wie ein Geschenk beigegeben wird und entweder in Form lyrischer Verzauberung auftritt oder in Gestalt eines Aufrufs zu Ernsthaftigkeit und Heroismus. Ein Gefühl von Geborgenheit und eine friedliche Grundstimmung, sowie überwiegend liebevolle Empfindungen gegenüber den Mitmenschen.“

Gründe genug, auch als Nichtgläubiger, sich mit dem Phänomen des Religiösen zu beschäftigen.

Kosten: 15,- Euro

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