Lichtenbergs Aphorismen: Eine Irritation der üblichen Einschätzungen

Diskussionsabend am Freitag, den 01.02.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

Für Nietzsche zählten Georg Christoph Lichtenbergs (1742-1799) Aphorismen „zu den fünf immer wieder lesenswerten Büchern.“ „Zu Lichtenberg fanden immer nur einzelne, denn er verlangt denkende, nicht nur nachdenkliche Leser, also das Seltenste, was es gibt“, steht in der Einleitung zu seinem Werk. Sachlichkeit, Knappheit, etwas Lakonisches und herber Humor kennzeichnen seinen Stil:

„Mir tut es allemal weh, wenn ein Mann von Talent stirbt, denn die Welt hat dergleichen nötiger als der Himmel.“ Sein Denken ist in erster Linie Ausdruck seiner Person. Seine „goldene Regel“ lautet: „Man muss die Menschen nicht nach ihren Meinungen beurteilen, sondern nach dem, was diese Meinungen aus ihnen machen.“

Damit beschrieb Lichtenberg bereits 1789 die Meinungskontrolle (heute „political correctness“) und das Hochhalten einer Gesinnungsdiktatur. Noch ein paar Bonmots seien angefügt:

„Luk 18,14 verbessert: Wer sich selbst erniedrigt, will erhöht werden.“

„Kein Wort im Evangelium ist mehr befolgt worden, wie: Werdet wie die Kindlein.“

„Die Leute von Profession wissen oft das Beste nicht.“

„Ich glaube, dass die Neigung zu Hunden Trieb ist. Ein Ersatz für Kinderliebe.“

„Sie sind sehr alt geworden: Ja, das ist gewöhnlich der Fall, wenn man länger lebt.“

Kosten: 15,- Euro

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