„Ausblicke auf den Bürgerkrieg“ (H.M. Enzensberger): oder - Zum Verständnis von Gewalt

Diskussionsabend am Freitag, den 11.01.2019
von 19:00 bis 21:00 Uhr

„In der Abenddämmerung der Sozialdemokratie hat dagegen Rousseau noch einmal gesiegt. Sie haben nicht die Produktionsmittel, sondern die Therapie verstaatlicht. Dass der Mensch von Natur aus gut sei, diese merkwürdige Idee hat in der Sozialarbeit ihr letztes Reservat. Pastorale Motive gehen dabei eine seltsame Mischung mit angejahrten Milieu –und Sozialisationstheorien und mit einer entkernten Version der Psychoanalyse.“ (Hans Magnus Enzensberger, Aussichten auf den Bürgerkrieg).

Wir stehen fassungslos vor Gewaltausbrüchen, die in unsere Städte Einzug gehalten haben. Es ist eine Gewalt, die sich von ideologischen Begründungen und Überzeugungen freigemacht hat. (Selbst) - Zerstörung als Selbstzweck. Wir sind denkerisch darauf nicht vorbereitet. Es ist eine Gewalt, die einfach fasziniert. Politische Antworten darauf sind (von rechts) der Hobb´sche starke Staat, oder (von links) das Rousseausche Gutsein des Menschen, der nur durch eine schlechten Umgebung zum Täter wurde, und daher der Sozialhilfe oder Therapie bedarf. Mit linken oder rechten Erklärungsmustern kann die Gewalt aber nicht verstanden werden, weil Stärke ebenso wenig ausrichtet wie Schwäche. Was aber fehlt?

Kosten: 15,- Euro

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