Sloterdijk deutet die Sokratische Hebammenkunst und kritisiert die Geburtsvergessenheit der Philosophie

Diskussionsabend am Freitag, den 18.05.2018
von 20:00 bis 22:00 Uhr

„Ein paar Nachfragen genügen, und es stellt sich heraus, dass wir Missgeburten im Kopf haben, Pseudovorstellungen, Schemen, Fiktionen, Falschheiten, steckengebliebene Meinungsmonstren und logische Mondkälber“. (Sloterdijk)

Was steckt eigentlich hinter dem schlichten Pathos von Sokrates: Ich weiß, das ich nichts weiß? Mit Sokrates, so die Deutung Sloterdijks, beginnt die „Tragödie der Geburt“, dass wir uns nicht an unseren Anfang erinnern können. Wenn wir „Ich“ sagen können, ist uns schon eine Welt zurechtgemacht worden. Das war nach Sloterdijk die große Entdeckung des Sokrates: Wir müssten alle noch einmal zur Welt kommen und uns unseres Wissens entledigen. Sokrates stand für eine befreiende Hebammenkunst. Der Mensch muss sich von seinem Wissen und seinen Theorien befreien, die ihm falsche Sicherheiten und Vorurteile bescheren. Nur dann kommt er in einen Schwebezustand des Nichtwissens. „Wenn der Denker nicht mehr ein noch aus weiß, ist er nicht mehr weit von der Weisheit“ (Sloterdijk).

Kosten: 15,- Euro

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